Am 11. März 2010 wurden die apothekeneigenen Hausspezialitäten vom Fachbeirat der Österreichischen UNESCO-Kommission in das Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wird die Wichtigkeit der manuellen Herstellung von Arzneimitteln in der Apotheke hervorgehoben.

Auf Betreiben von Mag. Heimo Hrovat sen. wurde die Aufnahme in das nationale Verzeichnis der Österreichischen UNESCO-Kommission angestrebt und verwirklicht.

 

 

Hausspezialitäten

Zu den Hausspezialitäten zählen auch Kosmetika, Verzehrprodukte, Lebens-, Nahrungsergänzungsmittel sowie apothekeneigene Arzneispezialitäten.  Letztere unterscheiden sich von den übrigen Hausspezialitäten dadurch, dass sie einer behördlichen Registrierung unterliegen, die stufenweise von der EU auf industrielles Niveau angepasst werden.  Der bürokratische Aufwand und die hohen Gebühren zwingen immer mehr Apotheker, ihre Arzneispezialitäten nicht mehr anzumelden, somit verschwindet langsam ein wichtiger Arzneischatz.

 

Die Urkunde der Österreichischen UNESCO-Kommission über die Aufnahme der Apothekeneigenen Hausspezialitäten in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

Die Urkundenverleihung erhielt mediale Aufmerksamkeit

„Hausspezialitäten“ genießen in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert und sind ein wichtiger Bestandteil bei der Erst–Behandlung von gesundheitlichen Beschwerden.

Umso wichtiger ist es, das Wissen um die Herstellung, die Praxis und die dazu gehörenden Gerätschaften in der Apotheke zu erhalten. Die Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe ist da ein besonders wichtiger Schritt, sind sich Österreichs selbstständige Apotheker, allen voran Initiator Mag. pharm. Heimo Hrovat von der Kur-Apotheke Bad Ischl, einig.

Eine öffentliche Apotheke in Österreich erzeugt im eigenen Labor durchschnittlich 3.300 Arzneimittel pro Jahr selbst.

Insgesamt wird fast die Hälfte aller von Haut-, Kinder- und Augenärzten in Österreich verschriebenen Arzneimittel in der Apotheke „frisch“ hergestellt. Damit zählt die händische Anfertigung von Arzneien zu den ursprünglichsten Aufgaben der Pharmazeuten.

„Unsere ‚Hausspezialitäten‘ sind ein handwerkliches österreichisches Unikat und eine behördlich registrierte Arzneispezialität.

Viele Apotheker verwenden Rezepturen, die über Generationen hinweg überliefert wurden. Mit der Eintragung in das nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich wird der Wert und die Einmaligkeit unserer Hausspezialitäten in ganz Österreich bestätigt“, freut sich Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes.

Weitere Informationen zum nationalen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Österreichischen UNESCO-Kommission finden Sie hier: http://immaterielleskulturerbe.unesco.at